Überdruckunfall in der Lunge

Wie eben beschrieben, kann sich ein Freitaucher einen Lungenriss zuziehen, wenn er in der Tiefe vom Gerätetaucher Luft verlangt. Diese Unfallart wollen wir näher betrachten. Medizinisch unterscheidet man hier zwei Notfallarten: Den Pneumothorax und die Gasembolie. Der erstere entsteht beim Druchbruch von einem oder mehreren Lungenbläschen in den Raum zwischen Lungenoberfläche und Brustfell. Es tritt ständig Luft aus der Lunge in diesen Raum aus. Da die Luft hier nicht mehr entweichen kann, wird die betroffene Lunge zusammengedrückt und praktisch außer Funktion gesetzt.

Bei einer Luft- oder Gasembolie dringt Gas in die Blutbahn. Dabei werden Gasblasen durch den Blutkreislauf von der Lunge in den peripheren Kreislauf verschleppt.

Beim Lungenriss kann Gas aus den Alveolen über die Lungenvenen in die linke Herzkammer gelangen und von dort in alle Organe, besonders in die Herzkranzgefäße und in das Gehirn. Dies führt zum schweren Krankheitsbild der Gasembolie. Der Lungenriss stritt beim Freitaucher nur selten auf; allerdings stellt er beim Gerätetaucher, insbesondere bei älteren Tauchern, eine große Gefahr dar.

Können die Alveolengase aus bestimmten Bereichen der Lunge nicht frei abfließen, so sind die Voraussetzungen für einen Lungenriss gegeben. Dies ist dann der Fall, wenn sich ein Ventilmechanismus gebildet hat, der das Gas bei der Einatmung hereinlässt, bei der Ausatmung jedoch nicht oder nur teilweise herausstößt.

Solche Ventile entstehen insbesondere bei Bronchialasthma und Bronchitis. Betrachtet man das Gasgesetz von Boyle-Mariotte näher, so sieht man, dass die Druckzunahme proportional zur Tiefe kleiner wird. Die ersten 10 m sind also die gefährlichsten. Weil der Freitaucher in 10 m Tiefe tauchen kann, muss er sich an das Gasgasgesetz erinnern. Nichtbeachten dieses Gesetzes kann ein Barotrauma oder einen Überdruckunfall verursachen.

Übungsfrage

Was bezeichnet der Begriff "Pneumothorax"?

Bildquellen:

5) DLRG e.V. (Hrsg.): Theorie für Schnorcheltaucher. 6. Auflage 2003. Seite 10.

6) DLRG e.V. (Hrsg.): Theorie für Schnorcheltaucher. 6. Auflage 2003. Seite 11.