w, 88: synkope?

(Fortsetzung)

Anamnese

S (Symptome): Die Patientin ist 88 Jahre alt, lebt allein in ihrer Wohnung. Aktuell fühle sie sich schlecht, sei sehr kraftlos und leide unter Übelkeit und Erbrechen. Kopfschmerzen habe sie nur leichte.

 

A (Allergien): Es sind keine Medikamenten- oder Lebensmittelallergien bekannt.

M (Medikamente): Die Patientin nimmt regelmäßig Medikamente ein, eine Liste des Hausarztes liegt vor. Hierauf finden sich neben Antihypertonika (Isosorbitdinitrat, Molsidomin[Corvaton], Ramipril und Metoprolol) und Diuretika (Piretanid) ein Thrombozytenaggregationshemmer (Acetylsalicylsäure), Stoffwechselmodulatoren (Ezetimib und Febuxostat) sowie Supportiva (Pantoprazol, Metamizol, Natriumhydrogencarbobat [Bicanorm] und Colecalciferol [Dekristol]). Sie nimmt die Medikamente schon seit längerer Zeit in unveränderter Dosierung ein. Bisher wurden sie gut vertragen.

 

P (Patientengeschichte): Bereits seit Jahren besteht bei der Patientin eine nur schwer einstellbare arterielle Hypertonie, sowie ein geringgradige nichtdialysepflichtige Niereninsuffizienz. Sie sei bereits häufiger wegen einer hypertensiven Entgleisung im Krankenhaus gewesen, zuletzt vor ca. 9 Monaten. Ansonsten fühle sie sich jedoch in der Lage, ihr Leben selbstbestimmt zu führen.

 

L (letzte Mahlzeit): Abendessen am Vorabend.

 

E (Ereignisse): Am Vorabend sei noch alles in Ordung gewesen. Sie sei wie gewohnt zu Bett gegangen, müsse jede Nacht mehrfach zum Wasserlassen aufstehen. In den frühen Morgenstunden sei sie ebenfalls wieder aus dem Bett aufgestanden, jedoch sei ihr diesesmal sehr schwindelig geworden, und sie sei vor dem Bett gestürzt. Dabei habe sie wohl das Bewusstsein verloren. Wie lange sie auf dem Boden gelegen habe, könne sie nicht sagen. Irgendwann sei sie wieder wach geworden und hätte mit dem Telefon den Rettungdienst gerufen, weil es ihr so schlecht ginge. 

orientierende Untersuchung vor Ort

88jährige Patientin in deutlich reduziertem Allgemein- und normalem Ernährungszustand.

 

Vitalwerte:

Puls: Radialispuls gut tasbar, regelmäßig, ca. 60/min

RR: 210 / 115 mmHg (oszillometrisch gemessen, durch manuelle Messung bestätigt)

AF: ca. 12-15/min

SpO2: 98% unter Raumluft

BZ: 200 mg/dl

Temperatur: 35,0 °C im Ohr gemessen

Schmerzen: 2 / 10

 

12-Kanal-EKG: erschwerte Auswertung bei Niedervoltage. Wohl normfrequenter Schrittmacherrhythmus ~60/min. Sonst keine Auffälligkeiten.

 

orientierende klinische Untersuchung:

normales Hautkolorit. Finger eher kalt. Links an der Schläfe und der Orbita finden sich eine oberflächliche Hautabschürfung und ein sich entwickelndes Hämatom. Pupillen unauffällig, isokor, beidseits mittelweit und prompt lichtreagibel. In der orientierenden neurologischen Untersuchung keine Hinweise auf fokalneurologisches Defizit. Auskultation mit vesikulärem Atemgeräusch beidseits, keine Herzgeräusche auskultierbar. Bauch weich, ohne Abwehrspannung. Keine Unterschenkel- oder Knöchelödeme.

 

Frage: welche Verdachtsdiagnose stellen Sie??

Wählen Sie aus den drei folgenden Antwortmöglichkeiten die Ihrer Meinung nach zutreffendste aus: