M 29. Halbseitenlähmung.

(Fortsetzung)

Anamnese

S (Symptome): Der Patient ist 29 Jahre alt und Mechaniker. Aktuell ist er wach und vollständig orientiert. Die Atmung ist normal, pathologische Atemgeräusche sind nicht zu hören. Eine Zyanose liegt nicht vor. Der Kreislauf ist normfrequenz und im Wesentlichen normoton. Er klagt über einen vollständigen Verlust der Motorik in den linken Extremitäten (Arm und Bein). Die Sensibilität ist herabgesetzt, er empfindet Kribbelparästhesien in Arm und Bein. Die Symptome haben während eines Toilettenganges, verbunden mit starkem Pressen, plötzlich angefangen, so dass er sich nicht mehr halten konnte und von der Toilette rutschte. Bereit ca. 10 Minuten vorher verspürte er ein diffuses Unwohlsein. Doppelbilder oder sonstige Sehstörungen werden verneint, eine Pupillendifferenz liegt nicht vor, die übrige Gesichtsmotorik und -sensibilität ist intakt. Der Patient empfindet das Sprechen als schwieriger als sonst, bezogen auf die Motorik der Zunge. Die Zunge weicht beim Ausstrecken zu keiner Seite ab.

 

A (Allergien): Es sind keine Medikamenten- oder Lebensmittelallergien bekannt.

M (Medikamente): Der Patient keine Medikamente dauerhaft ein. Bei leichten Kopfschmerzen in den letzten Tagen hat er gelegentlich Acetylsalicylsäure 500mg eingenommen.

 

P (Patientengeschichte): Hinsichtlich seiner Vorerkrankungen berichtet der Patient von selten auftretenden Episoden einer Migräne, teilweise verbunden mit Auren. Eine Medikation hierfür sei bislang nicht erforderlich gewesen.

Vor 2 Tagen erhielt der Patient seine 3. Impfung gegen SARS-CoV2. Außer einigen milden Allgemeinsymptomen verspürte er keine Begleitreaktionen.

 

L (letzte Mahlzeit): Abendessen gegen 19:00 Uhr.

 

E (Ereignisse): Der Patient berichtet, dass er vor dem Zubettgehen das Bad aufsuchen wollte. Bereits seit ca. 10 Minuten zuvor verspürte er ein diffuses Unwohlsein, dass er nicht näher beschreiben kann. Während des Toilettengangs verlor er plötzlich die Kontrolle über seine linke Körperseite, so dass er sich nicht mehr auf der Toilette halten konnte und zu Boden sank. Er brauchtve einige Minuten, um die Situation zu begreifen. Dann gelang es ihm, mittels seines Mobiltelefons seinen Vater zu informieren, der im selben Haus wohnt. Dieser alarmierte den Rettungsdienst.

Ein ähnliches Ereignis hat der Patient noch niemals erlebt. 

orientierende Untersuchung vor Ort

29jähriger Patient in gutem Allgemein- und schlankem Ernährungszustand.

 

Vitalwerte:

Puls: Radialispuls beidseits kräftig tastbar, regelmäßig, ca. 90/min

RR: 135 / 95 mmHg (oszillometrisch gemessen), keine Rechts-Links-Differenz

AF: ca. 15/min

SpO2: 98% unter Raumluft

BZ: 124 mg/dl

Temperatur: 36,7 °C im Ohr gemessen

GCS: 15

Schmerzen: 0 / 10

6-Kanal-EKG: normfrequenter Sinusrhythmus, Indifferenztyp, keine höhergradigen Erregungsleitungs- oder -rückbildungsstörungen.

 

orientierende klinische Untersuchung:

normales Hautkolorit, normale Körpertemperatur. Pupillen unauffällig, isokor, beidseits mittelweit und prompt lichtreagibel. Die orientierende neurologischen Untersuchung zeigt die oben beschriebenen Ausfälle in der linken Körperseite. Bei der Auskultation finden sich vesikuläre Atemgeräusche beidseits, die Herztöne sind rein und rhythmisch, ohne höhergradige Klappenvitien. Der Bauch ist weich, ohne Abwehrspannung. Keine Unterschenkel- oder Knöchelödeme, keine Zeichen der Einflussstauung.

Wird Ihre Verdachtsdiagnose durch diese weiterführenden Ergebnisse verändert? Wenn ja: wie lautet Ihre neue Verdachtsdiagnose?

Bitte tragen Sie Ihre Verdachsdiagnose hier ein:

Kommentare: 2
  • #2

    K (Dienstag, 15 November 2022 18:24)

    Hirnbltg.(Ass-Pressakt)

  • #1

    Fabian (Montag, 31 Januar 2022 21:37)

    Der starke pressakt könnte auf eine Blutung hinweisen

Frage: Über welche diagnostische Einrichtung und Fachabteilung sollte die Zielklinik verfügen?

Wählen Sie aus den drei folgenden Antwortmöglichkeiten die Ihrer Meinung nach zutreffendste aus: