w, 68: Kreislaufprobleme?

(Fortsetzung)

Anamnese

S (Symptome): Die Patientin ist 68 Jahre alt. Sie berichtet, dass es ihr seit ca. 2 Wochen immer schlechter gehe, sie sich kraftlos und müde fühle. Vor etwa einer halben Stunde sei es plötzlich zu Schwindel, Übelkeit und Erbrechen sowie einmalig zu dünnflüssigem Stuhlgang gekommen. Auch habe sie schlecht Luft bekommen und ein Druckgefühl in der Brust verspürt. Sie habe sich so elend gefühlt, dass sie den Rettungsdienst rief. Jetzt seien die Übelkeit, der Druck und die Atemnot wesentlich besser, sie fühle sich jedoch immer noch krank. Schmerzen werden verneint.

 

A (Allergien): Es sind keine Medikamenten- oder Lebensmittelallergien bekannt.

 

M (Medikamente): Die Patientin nimmt regelmäßig Medikamente ein, eine Liste des Hausarztes liegt vor. Hierauf finden sich neben Antihypertonika (Betablocker und Sartan) und Diuretika auch starke Analgetika (Opioide und ein Cannabis-Präparat). Der Betablocker (Bisoprolol 5mg) ist neu verordnet. Sie habe an diesem Vormittag zum ersten Mal eine halbe Tablette hiervon eingenommen.

 

P (Patientengeschichte): In der Vorgeschichte findet sich ein Z.n. Blasenwand-Tumor, der vor einigen Jahren im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung gefunden und operativ restlos entfernt werden konnte. Eine Radio- oder Chemotherapie war nicht notwendig gewesen, Metastasen seien bei den Nachsorgeuntersuchungen nicht gefunden worden. Neben ihrem bekannten Bluthochdruck sei die Patientin aufgrund eines degenerativen Wirbelsäulenschadens mit Z.n. operativer Versteifung der Lendenwirbelsäule seit lägerer Zeit chronische Schmerzpatientin; sie bekommt Buprenorphin als opioides Analgetikum mittels eines transdermalen therapeutischen Systems ("Schmerzpflaster") und erhält auch ein Cannabis-Präparat zur oralen Anwendung. Hierunter sei sie im Alltag leidlich schmerzkompensiert. Aufgrund eines - laut Patientin nicht näher diagnostierten - Bradykardiesyndroms wurde vor ca. 1 Jahr ein Herzschrittmacher implantiert. Vor zwei Tagen sei sie beim niedergelassenen Internisten zur Kontrolle gewesen, dabei habe der Schrittmacher einwandfrei funktioniert. In der Arztpraxis sei jedoch ein mit 180 mmHg erhöhter systolischer Blutdruck aufgefallen, daher habe sie den Betablocker neu verordnet bekommen.

 

L (letzte Mahlzeit): leichtes Frühstück mit Kamillentee statt Kaffee vor ca. 3 Stunden.

 

E (Ereignisse): In den letzten Tagen sei es ihr immer schlechter gegangen war, sie war gestern den ganzen Tag müde und sei heute Morgen mit niedrigem Blutdruck (< 100 mmHg systolisch in der Selbstmessung) aufgewacht. Etwa eine Stunde nach der Medikamenteneinnahme sei es zu der akuten Verschlechterung gekommen mit den oben beschriebenen Symptomen gekommen. Eine Bewusstlosigkeit sei auch laut Ehemann nicht aufgetreten, andere Familienmitglieder oder Bekannte seien nicht erkrankt.

orientierende Untersuchung vor Ort

68jährige Patientin in deutlich reduziertem Allgemein- und normalem Ernährungszustand.

 

Vitalwerte:

Puls: Radialispuls schwach tasbar, regelmäßig, ca. 80/min

RR: ca. 100mmHg (manuell gemessen, oszillometrische Messung nicht möglich)

AF: ca. 12-15/min

SpO2: 94% unter Raumluft

BZ: 200 mg/dl

Temperatur: 36,2 °C im Ohr gemessen

Schmerzen: 0 / 10

12-Kanal-EKG: hauptsächlich normfrequenter Schrittmacherrhythmus ~60/min; teilweise von Eigenfrequenz ~70/in überholt. Sonst keine Auffälligkeiten.

 

orientierende klinische Untersuchung:

blasse Haut, vor allem an Gesicht und Händen. Finger kalt. Reste von Kaltschweißigkeit auf der Stirn. Pupillen unauffällig, isokor, beidseits mittelweit und prompt lichtreagibel. In der orientierenden neurologischen Untersuchung keine Hinweise auf fokalneurologisches Defizit. Auskultation mit vesikulärem Atemgeräusch beidseits, keine Herzgeräusche auskultierbar. Bauch weich, ohne Abwehrspannung. Keine Unterschenkel- oder Knöchelödeme.

Frage: welche Verdachtsdiagnose stellen Sie??

Wählen Sie aus den drei folgenden Antwortmöglichkeiten die Ihrer Meinung nach zutreffendste aus: