M,79. Apoplex?

(Fortsetzung)

Anamnese

S (Symptome): Der Patient ist 79 Jahre alt, lebt zusammen mit seiner Ehefrau im eigenen Haus. Aktuell ist er nur bedingt ansprechbar, sehr schläfrig, aber erweckbar, dann hinreichend orientiert. Die Atmung durch den offenstehenden Mund wirkt angestrengt, die Atemfrequenz ist hoch, es sind deutliche brodelnde Atemgeräusche bereits ohne Stethoskop hörbar. Der Patient weist eine Lippenzyanose auf. Der Kreislauf ist hyperdynam mit Tachykardie und Hypertonie. Die Körpertemperatur ist deutlich erhöht.

 

A (Allergien): Es sind keine Medikamenten- oder Lebensmittelallergien bekannt.

M (Medikamente): Der Patient nimmt regelmäßig Medikamente ein, eine Liste des letzten Krankenhausentlassungsbriefes liegt vor. Hierauf finden sich hauptsächlich Präparate zur Psorisasistherapie sowie Diuretika. Die Medikamentenliste ist in der vorigen Woche bei Krankenhausentlassung überarbeitet worden. Dabei sind die Diuretika deutlich reduziert worden.

 

P (Patientengeschichte): Der Patient leidet bereits seit Jahren an einer fortgeschrittenen Psoriasis vulgaris und wird entsprechend medikamentös behandelt. Aufgrund eines degenerativen Hüftgelenkschadens sei er seit längerem in der Bewegung eingeschränkt, könne jedoch mit Gehwagen in der Ebene laufen. Vor 4 Tagen sei er zuletzt aus dem Krankenhaus entlassen worden, dort befand er sich zur Behandlung eines reduzierten Allgemeinzustandes mit Exsikkose in Behandlung. Aufgrund der eingeschränkten Beweglichkeit und einer Harninkontinenz nach Behandlung eines Prostatakarzinoms wurde ein transurethraler Blasendauerkatheter gelegt, den der Patient noch trägt.

 

L (letzte Mahlzeit): Abendessen am Vorabend.

 

E (Ereignisse): Die Ehefrau berichtet, dass der Patient am Vorabend noch im Haus mobil gewesen sei. Er habe sich schwach gefühlt, jedoch nicht krank gewirkt und sei früh zu Bett gegangen. Die Eheleute schlafen in getrennten Zimmern. Als sie in den frühen Morgenstunden nach ihm sehen wollte, habe sie ihren Mann im aktuellen Zustand im Bett liegend gefunden und den Rettungsdienst verständigt.

orientierende Untersuchung vor Ort

79jähriger Patient in deutlich reduziertem Allgemein- und normalem Ernährungszustand.

 

Vitalwerte:

Puls: Radialispuls kräftig tasbar, regelmäßig, ca. 130/min

RR: 180 / 80 mmHg (oszillometrisch gemessen)

AF: ca. 30/min

SpO2: <60% unter Raumluft

BZ: 128 mg/dl

Temperatur: 40,3 °C im Ohr gemessen

GCS: 14

Schmerzen: 0 / 10

6-Kanal-EKG: Schmalkomplextachykardie mit Belastungsischämiezeichen. Sonst soweit beurteilbar keine Auffälligkeiten.

 

orientierende klinische Untersuchung:

gerötete Gesichtshaut, sonst normales Hautkolorit. Der Patient fühlt sich warm an. Pupillen unauffällig, isokor, beidseits mittelweit und prompt lichtreagibel. Die orientierende neurologischen Untersuchung ergibt keine Hinweise auf ein fokalneurologisches Defizit, zeigt jedoch eine ausgeprägte globale Schwäche. Bei der Auskultation finden sich laute, grobblasige feuchte Rasselgeräusche beidseits, Herztöne oder -geräusche sind hierunter nicht beurteilbar. Der Bauch ist weich, ohne Abwehrspannung oder Druckschmerz. Keine Unterschenkel- oder Knöchelödeme, keine Zeichen der Einflussstauung.

Frage: Welche akute gesundheitsstörung behandeln Sie zuerst?

Wählen Sie aus den drei folgenden Antwortmöglichkeiten die Ihrer Meinung nach zutreffendste aus: