M 67. Flankenschmerzen

(Fortsetzung)

Anamnese

S (Symptome): Der Patient ist 67 Jahre alt und Rentner. Aktuell ist er wach und vollständig orientiert. Die Atmung ist etwas beschleunigt, pathologische Atemgeräusche sind jedoch nicht zu hören. Eine Zyanose liegt nicht vor. Der Kreislauf ist schmerzbedingt hyperdynam bei Normotonie. Er klagt über starke, ziehende Schmerzen in der linken Flanke, die nicht ausstrahlen. Die Symptome haben aus der Ruhe heraus angefangen, nachdem er aufgestanden war. Druckgefühl in der Brust, Atemnot oder Palpitationen werden verneint.

 

A (Allergien): Es sind keine Medikamenten- oder Lebensmittelallergien bekannt.

M (Medikamente): Der Patient nimmt regelmäßig folgende Medikamente:

  • Ramipril
  • Pantoprazol

Antikoagulanzien oder Thrombozytenaggregationshemmer werden nicht eingenommen.

 

P (Patientengeschichte): Hinsichtlich seiner Vorerkrankungen sei lediglich eine milde arterielle Hypertonie bekannt, die mittels Blutdrucksenker gut eingestellt sei. Zusätzlich nehme er den verordneten Protonenpumpenhemmer als "Magenschutz".

 

L (letzte Mahlzeit): Abendessen am Vorabend.

 

E (Ereignisse): Der Patient berichtet, dass er wie üblich morgens im Bett liegend etwas leichte Morgengymnastik zur Kräftigung seiner Rückenmuskulatur gemacht hat. Danach sei er aufgestanden, um im Bad zu duschen. Dort angekommen seien aus völligen Wohlbefinden heraus plötzlich die einschießenden, ziehenden Schmerzen in der linken Flanke aufgetreten. Eine Ausstrahlung der Schmerzen in den Thorax oder die Beine verneint er. Die Schmerzssymptomatik sei ihm völlig unbekannt, ein ähnliches Ereignis sei bislang nicht aufgetreten.

 

orientierende Untersuchung vor Ort

67jährige Patient in gutem Allgemein- und schlankem Ernährungszustand.

 

Vitalwerte:

Puls: Radialispuls beidseits kräftig tastbar, regelmäßig, ca. 90/min

RR: 145 / 85 mmHg (oszillometrisch gemessen), keine Rechts-Links-Differenz

AF: ca. 15/min

SpO2: 96% unter Raumluft

BZ: 170 mg/dl

Temperatur: 36,5 °C im Ohr gemessen

GCS: 15

Schmerzen: 8 / 10

12-Kanal-EKG: Sinustachykardie, Indifferenztyp, keine höhergradigen Erregungsleitungs- oder -rückbildungsstörungen.

 

orientierende klinische Untersuchung:

normales Hautkolorit, normale Körpertemperatur. Pupillen unauffällig, isokor, beidseits mittelweit und prompt lichtreagibel. Die orientierende neurologischen Untersuchung ergibt keine Hinweise auf ein fokalneurologisches Defizit. Bei der Auskultation finden sich vesikuläre Atemgeräusche beidseits, die Herztöne sind rein und rhythmisch, ohne höhergradige Klappenvitien. Der Bauch ist weich, ohne Abwehrspannung. Ein Druckschmerz lässt sich bei hohem Schmerzniveau in der linken Flanke nicht auslösen. Keine Unterschenkel- oder Knöchelödeme, keine Zeichen der Einflussstauung.

Haben Sie an dieser Stelle bereits eine Verdachtsdiagnose?

Bitte tragen Sie Ihre Verdachsdiagnose hier ein:

Kommentare: 5
  • #5

    Maik Adler (Samstag, 26 Dezember 2020 08:10)

    Nein

  • #4

    Florian Löffler (Freitag, 25 Dezember 2020 21:03)

    Mario: Spoiler-Alarm! XD

  • #3

    Mario (Freitag, 25 Dezember 2020 20:57)

    Aortendissektion

  • #2

    Florian Löffler (Freitag, 25 Dezember 2020 19:32)

    Marcello: Das 12-Kanal-EKG war unauffällig: Sinustachykardie, Indifferenztyp, keine höhergradigen Erregungsleitungs- oder -rückbildungsstörungen.

  • #1

    Marcello (Freitag, 25 Dezember 2020 18:17)

    Isg oder Niere

    12 Kanal?

Frage: Welcher weitere Schritt ist zur vervollständigung der Diagnostik wichtig?

Wählen Sie aus den drei folgenden Antwortmöglichkeiten die Ihrer Meinung nach zutreffendste aus: